
Das Projekt überzeugt mit der Idee, die bestehende Stadtstruktur neu zu zäsurieren. Elegant und wie
selbstverständlich bereits schon immer bestehend entwickelt sich eine neue „Gasse“ im städtischen Gefüge.
In Verlängerung des Nordteils der Promenade dient dieses Element als Achse einer neuen baulichen
Entwicklung und gleichzeitig im Erdgeschoß als Wegverlängerung bis zur Steingasse. Entlang des „neuen Rückens“ entwickelt sich begleitend und seitlich ausbreitend eine schlanke Baustruktur.
Auf das umliegende bauliche Gefüge reagiert das Projekt mit Zurücknahme und Konzentration der
Baumassen zur Mitte hin. Dadurch entstehen wertvolle Abstands- und Zwischenzonen zu den angrenzenden Nachbarschaften.
Gut strukturiert und ablesbar wird ein multifunktionaler Gebäudekomplex konzipiert. Leicht und fast
spielerisch nehmen die Baukörper das Raumprogramm auf. Der Entwurf bietet vom Konstruktionsprinzip her große Flexibilität in Raumzuschnitt, Funktionszuordnung, Grundrissgestaltung und Umnutzungsfähigkeit.
Anlieferung und Tiefgaragenparkierung sind gut organisiert und positioniert.
Mediencenter und Newsroom sind perfekt angeordnet, westlich der Mall konzipierte BüroflaÅNchen bieten die Möglichkeit einer Vermietung an. Die über einen Zwischenhof weiter westseitig liegenden Wohnungen zeigen hohe Qualitäten. Das am Ende der Mall entlang der Steingasse liegende Hotel greift nach Norden mit Zimmern und im Erdgeschoß mit Gastrobereichen in die Gasse ein und trägt so viel zur weiteren Attraktivierung und Belebung bei.
Der Eingang von der Promenade wird – nach Entfernen des Baubestandes Haus 25 – durch zwei neue, den seitlichen Höhen der Nachbargebäude angepassten, gläsernen Baukörper neu definiert. Es entsteht Interesse, einzutreten und durch die zwischenliegende Mall mit beidseits im Erdgeschoß positionierten Geschäftslokalen zu schlendern. Eine in der neuen Achse mittig liegende Wegkreuzung erlaubt ein Weiterschreiten nach Osten zur Herrenstraße (optional auch zur Waltherstraße).
Die Jury zeigte sich beeindruckt von der konsequent umgesetzten städtebaulichen Grundidee einer
Neustrukturierung des Viertels und der daraus abgeleiteten, mit viel Umsicht in Bezug auf bestehende Nachbarschaften entlang der zentralen Mall entwickelten Baukörperausformung. Vereint mit hohen
funktionalen und gestalterischen Qualitäten vermag das Projekt einen bedeutenden Impuls zur
Attraktivierung des Viertels zu leisten.
(Text: Juryprotokoll)