Zentrum Schallmoos

Dieser Entwurf für die Bebauung eines Areals in Salzburg–Schallmoos entstand als Beitrag bei einem Gutachterverfahren mit fünf Teilnehmern.
Vor dem Hintergrund einer dominanten Globalisierungsdebatte wird auch die Diskussion im Städtebau von den Entwicklungen in den Metropolen und Megastädten bestimmt. Die Erörterung ihrer Probleme erscheint ungleich attraktiver, als die Auseinandersetzung mit der Qualität und Funktionalität (europäischer) Klein- und Mittelstädte.
Das Projekt besticht in seinem Bekenntnis zur Reichhaltigkeit der überschaubaren Stadt.
Der Entwurf von HALLE 1 für die Bebauung eines Areals in Salzburg-Schallmoos stellt den Versuch dar, die Reichhaltigkeit der überschaubaren Stadt mit ihrer Vielfalt urbaner Lebensformen zu stärken.
Er begreift Urbanität nicht als Phänomen der Größe, sondern als soziale und kulturelle Dichte.
Strukturell artikuliert das Projekt die hohe Bebauungsdichte mit dem Repertoire metropolitanen Städtebaus. Großzügige Freiräume für gemeinschaftliche Nutzungen sind mit Baukörpern verschränkt. Das elastische Gefüge schafft spannungsreiche Beziehungen und Raumsequenzen, die sich nicht auf den Bauplatz beschränken, sondern das ganze Quartier mit einbeziehen. Identität stiftende Mitte der Anlage ist der Wohnturm mit 14 Stockwerken und 48 m Höhe.
Damit ist dieses Bauwerk, es enthält übrigens pro Geschoß zwei bzw. im Kopfbau nur eine Wohnung, das erste seit Jahrzehnten realisierte Hochhaus in Salzburg.
Die Entscheidung zur punktuell beträchtlichen Höhenentwicklung folgt dabei nicht dem Kalkül symbolischer oder abstrakter Macht, sondern dient der Schaffung zusammenhängender Freiflächen auf dem Bauplatz. Wesentlich ist, dass aus der Höhenentwicklung keine zusätzliche Verdichtung des Areals erfolgt.
Die antropomorphe Gliederung in Basis, Korpus, Hals und Kopf entzieht das Gebäude einer Anonymisierung. Für den in einem prosperierenden Wandel befindlichen Stadtteil, der bislang keine architektonisch markanten Bauwerke aufweist, stellt er ein deutlich wahrnehmbares Merkzeichen dar.
Die Elastizität des Gefüges ist zugleich Abbild der Planungsstrategie. Sie ermöglichte ein prozessuales Reagieren, um auch Veränderungen des Programms während der Planungsphase baukünstlerisch interpretieren zu können. Nur sechs Monate nach der Wettbewerbsentscheidung waren sämtliche Genehmigungsverfahren (Erstellung des Aufbaustufenplanes mit Gemeinderatsbeschluss, Einreichplanung, Bürgerinformation) positiv abgeschlossen, das Projekt Bau genehmigt und zur Baureife entwickelt. Sämtliche Verfahrensschritte wurden vom Gestaltungsbeirat als begutachtendes Sachverständigengremium begleitet.
Über die Aufgabenstellung der Wettbewerbsausschreibung hinaus wurden die Wohnbauten zu Niedrigenergiehäusern weiterentwickelt.
Lageplan