Projektübersicht

Bezirksgericht Salzburg
1998 - 2001

 

Die Polizeidirektion am Rudolfsplatz, die heute auch Teile des Bezirksgerichtes Salzburg beherbergt, wurde 1930 errichtet und zählte zu den wichtigsten Bauten Wunibald Deiningers, einem Schüler Otto Wagners. Deiningers Bau war 1950 aufgestockt und im selben Atemzug seiner wesentlichen städtebaulichen und architektonischen Elemente beraubt worden. Im miefigen Gesinnungsklima der Nachkriegsaera in Salzburg galten Bauten der Moderne als ortsfremd. Deiningers Paradestück wurde rücksichtslos in eine kreuzbiedere Bürokratenburg verwandelt.
Das im Jahr 2000 durchgeführte Verhandlungsverfahren sollte den Nachweis über die Erweiterbarkeit des Bauwerks erbringen. Durch unseren Vorschlag an der Südseite des Bestandbaues die Erweiterung vorzunehmen, konnte der Deininger-Bau wieder herausgeschält werden. Jenseits einer bloßen ästhetischen Korrektur der Zutaten der Nachkriegszeit, die wiederum nur auf Geschmäcklerisches hinausliefe, wurde die städtebaulichen und architektonischen Qualitäten des Ursprungsbaues interpretierend angeknüpft, ohne detailgetreu zu rekonstruieren. Das fertig gestellte Bauwerk versteht sich, im Sinne eines Primats der Architektur, als Beitrag zu einer schöpferischen Baudenkmalpflege.

Kunst am Bau: Werner Reiterer