Die
Polizeidirektion am Rudolfsplatz, die heute auch Teile des Bezirksgerichtes
Salzburg beherbergt, wurde 1930 errichtet und zählte zu den
wichtigsten Bauten Wunibald Deiningers, einem Schüler Otto
Wagners. Deiningers Bau war 1950 aufgestockt und im selben Atemzug
seiner wesentlichen städtebaulichen und architektonischen
Elemente beraubt worden. Im miefigen Gesinnungsklima der Nachkriegsaera
in Salzburg galten Bauten der Moderne als ortsfremd. Deiningers
Paradestück wurde rücksichtslos in eine kreuzbiedere
Bürokratenburg verwandelt.
Das im Jahr 2000 durchgeführte Verhandlungsverfahren sollte
den Nachweis über die Erweiterbarkeit des Bauwerks erbringen.
Durch unseren Vorschlag an der Südseite des Bestandbaues
die Erweiterung vorzunehmen, konnte der Deininger-Bau wieder herausgeschält
werden. Jenseits einer bloßen ästhetischen Korrektur
der Zutaten der Nachkriegszeit, die wiederum nur auf Geschmäcklerisches
hinausliefe, wurde die städtebaulichen und architektonischen
Qualitäten des Ursprungsbaues interpretierend angeknüpft,
ohne detailgetreu zu rekonstruieren. Das fertig gestellte Bauwerk
versteht sich, im Sinne eines Primats der Architektur, als Beitrag
zu einer schöpferischen Baudenkmalpflege.
Kunst
am Bau: Werner Reiterer