Das Projekt @fallnhauser wurde als Modell für die Integration neuer Wohn- und Arbeitsformen inmitten einer urbanen Landschaft konzipiert. Im interdisziplinären Dialog mit einem Soziologenteam entstand im Auftrag einer Wohnbaugenossenschaft eine Studie über die Potentiale des Standorts. Darauf aufbauend wurde ein ausgefeiltes Nutzungs- und Sozialkonzept entwickelt, das wiederum die Grundlage des Entwurfs bildete.
Die an sich reizvolle Bebauung entlang der Ignaz-Harrer-Straße entstand in seinen prägenden Momenten im späten 19. und dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Vor allem die direkt an der Straße gelegenen Gebäude leiden seit Jahren unter der enormen Verkehrsbelastung. Die einst mittelständisch geprägte Wohn- und Geschäftslage wurde schleichend entwertet. Heute prägen leere Geschäftslokale, sinkende Wohnqualität und die spürbare Enthaltsamkeit bei Investitionen in die Gebäudesubstanz das Straßenbild. Dies führt auch dazu, dass das labile soziale Gefüge des Stadtteils zu kippen droht.
Kombiniert attraktive Wohn- und Arbeitsformen und setzt sie mit den Mitteln zeitgenössischer Architektur um. Agile Bevölkerungsschichten und junge Familien sollten dadurch angesprochen und dazu animiert werden, wieder in den Stadtteil zu ziehen. Das Projekt spricht für die Überzeugung, dass die ursprünglichen Qualitäten des Quartiers nicht mit restaurativen Mitteln, sondern aus dem Geist freien Unternehmertums und mit den Mitteln moderner Architektur zurückzugewinnen sind.
Die Wert der Blockrandstruktur wird durch das Projekt intensiviert. Aufgrund der großen Tiefe des Grundstücks – die Blockbebauung bricht an der Nordseite auf – kann orthogonal zum Bauteil an der Ignaz-Harrer-Straße ein Baukörper angedockt werden, der wertvolle ost-west orientierte Wohnungen enthält. An der Gelenkstelle der beiden Bauteile befindet sich die zentrale Erschließung. In den Binnenräumen entstehen lärmgeschützte Höfe. Ein dritter Bauteil liegt an der Ostseite des Bauplatzes und setzt die Blockstruktur an der Alois-Stockinger-Straße in transformierten weichen Baukörperformen fort.
Die Dachfläche des Bauteiles I wird als Terrasse genutzt. Sie steht der Gesamtanlage als Freibereich mit Planschbecken für Kinder, gedeckter Sitzlaube und teilweiser Begrünung zur Verfügung.